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wundersee:

Bilder oder sonstige Kunstwerke mit Büchern zu machen, ist ja grade der Trend. Früher hat man aus alten Autoteilen Designerstühle und -lampen gemacht. Heute werden Bücher für Kunstwerke missbraucht. Da gibt es zum Beispiel die Cut Book Illustrations von Thomas Allen. Er schneidet einzelne Buchseiten oder Cover in figürliche Formen. Andere wie Francesca Pastine oder Brian Dettmer sezieren für ihre Serien das ganze Buch.

Nick Georgiou malt damit Bilder im Stil von Vincent van Gogh.

Im Gegensatz zu den anderen genannten zerschneidet Nick Georgiou die Seiten nicht, sondern er rollt, dreht oder stapelt die vermutlich vom Rücken getrennten Seiten. Aus der Ferne wirken die Seiten dann wie Striche und es erinnert an den Pinselduktus von Vincent van Gogh. Auch die Motive des verrückten Meister findet man bei Georgiou. Dadurch stellt sich die Frage ob er van Gogh einfach nur kopiert oder ob es ein eigener Stil ist.
Denn Bücher sind nicht mehr nur Malgrund, sondern werden zur Maltechnik. Im Fall von Georgiou ist es aber fraglich warum er dafür nicht leere Seiten nimmt. Die Wirkung wäre die gleiche und die Texte würden nicht zum Hilfsmittel verkommen. Denn auf den Inhalt der Texte nehmen Georgiou, Pastine oder Dettmer in ihren Werken nur bedingt Bezug und einen tieferen Sinn erkenne ich auch nicht. Auf mich wirken sie wie pseudointellektuelle Hipsterkunst; muss einfach nur cool aussehen…
Es entsteht für mich keine fesselnde Symbiose zwischen Wort und Bild mit der man sich weiter beschäftigen möchte, sondern eine Dominanz des Bildes über das Wort. Dabei könnte eine Kombination beider Medien vielleicht noch schönere Bilder in unsere Köpfe malen als sie es einzeln im Stande sind.

(Source: wundersee)



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